Ich bitte das verspätete Erscheinen dieses Beitrags zu entschuldigen, gewisse Uni-, Hockey-, Feier- und Aus-dem-Flugzeug-Spring-Verpflichtungen und unser wieder mal gedrosseltes Internet haben es nicht erlaubt, früher zu schreiben.
Stehen geblieben waren wir ja beim Sonnenaufgang an Tag 3. Und als ich geschrieben habe, dass die Sonne beim Aufwachen vor mir aufgeht, war das durchaus so gemeint!

Sonnenaufgang vom Zelt aus
Man kann das, was man nachts am Himmel alles sieht natürlich nicht ablichten, jedenfalls nicht mit unseren Kameras. Aber einen kleinen Eindruck von der Nacht zuvor hat Tim doch eingefangen:

Nachts anner Tanke mal anders
Wieder zurück zum Morgen danach: Nachdem ich geduscht und dabei das „Shower $2.50″-Schild „übersehen“ habe, machen wir uns auf den Weg Richtung Nationalpark. Es geht natürlich wieder immer geradeaus (es kommt übrigens vor, dass wie in Western-Filmen ein „toter Busch“ – keine Ahnung wie man das Zeug nennt – über die Straße weht), diesmal wird aber zwei Mal angehalten: Einmal um eine Probe roten Outback-Sandes einzusammeln und einmal, um folgendes Schild abzulichten:

Kein Alk, keine Pornos
Der Besitz von Alkohol und Pornographie ist nämlich auf Aboriginie-Territorium verboten (das Verbot wurde wegen Kindesmissbrauch eingeführt) und wer z.B. mit 5 Pornos erwischt wird, darf richtig blechen oder sogar für einige Jahre (!) hinter Gitter wandern.
Nachdem wir dann brav die 25$ pro Person Eintritt bezahlt haben, nähern wir uns dem Ayers Rock. Der sieht aus der Ferne noch relativ klein aus, wird aber mit jedem Kilometer, den man näher kommt, größer. Wenn man dann unten vor dem Fels steht, bekommt man vor dem Aufstieg schon ganz schön Respekt. Für uns als erfahrene Bushwalker/Hiker/Hochgebirgskletterer/Astronauten natürlich kein Problem.
Oben angekommen, kann man endlos in die Ferne schauen. Die Felsformation (Kata Tjuta) im Hintergrund des nächsten Bildes ist z.B. ungefähr 50km entfernt. Außer uns sind nur drei weitere Personen in Sichtweite. Und natürlich sind es Deutsche, und zwar die Sorte, die sich lustig vorkommen, es aber nicht sind (zumindest der Typ in dem roten T-Shirt!!). Naja, kurze Zeit später hauen sie ab, wir machen Fotos und begeben uns aufgrund des vollen Tagesprogramms dann auch recht schnell wieder auf den Abstieg.

Tim auf dem Ayers Rock, im Hintergrund die Olgas
Nächster Stop sind die Kata Tjuta, auch Olgas gennant. Hier hat man die Wahl zwischen dem dreistündigen Valley of the Winds Walk durch die Olgas und einem kürzeren Pfad, der in eine Schlucht führt. Wir machen natürlich beides und starten mit dem längeren. Auch die Olgas sind wirklich beeindruckend, die Landschaft erinnert mich irgendwie an Urzeit-Filme. Das einzige was fehlt, sind Flugsaurier, die unten im Tal über die Bäume fliegen.

Valley of the Winds

Huuuuuuge
An den Stellen, an denen der Wind weht, macht der Walk auch richtig Laune, alleine schon weil die Landschaft so beeindruckend ist. Da, wo er nicht weht, bekommt man relativ schnell relativ viel Besuch in der Nase, den Ohren, den Augen und überall sonst am Körper. Um das mal zu veranschaulichen:

Ca. 90 kleine Plagegeister
Das nervt ganz schön, wir ziehen aber eiskalt die No-Fliegennetz-Tour durch, obwohl Tim eins (von Katja geschenkt bekommen) hat.
Irgendwann kommen wir dann wieder am Ausgangspunkt an und machen uns auf den Weg zum zweiten Walk. Der ist aber weder sensationell noch spektakulär, lange halten wir uns nicht dort auf. Es ist auch schon relativ spät und wir wollen ja schließlich noch den Sonnenuntergang am Uluru mitnehmen. Man kann sich vorstellen, dass wir da nicht alleine sind.
Es ist auf jeden Fall faszinierend zu sehen, wie der Stein sich für ein paar Minuten leuchtend rot färbt. Sobald die Sonne untergegangen ist, macht sich dann so ziemlich jeder auf den Weg Richtung Ayers Rock Resort. Das führt dazu, dass man in einer Riesenkolonne fährt, Massentourismus olé. Nachdem wir vollgetankt, unser Zelt „platziert“ und gegessen haben, wird das Resort nochmal erkundet und ein völlig überteuertes Wüstenbier an der Poolbar getrunken.
Es geht wieder früh ins Bett, am nächsten Tag steht nochmal Sonnenaufgang am Ayers Rock auf dem Programm. Aber was ist das? Wolken? Der Himmel ist – ein kleines Stück direkt am Horizont ausgenommen – komplett bedeckt, keine guten Voraussetzungen also. Aber dafür bekommen wir wohl etwas nicht ganz alltägliches geboten: Sonnenaufgang am Uluru mit Regenbogen! Die Sonne bricht kurz durch und taucht den Stein für ca. 5 Sekunden wieder in schönes Licht.
Weil unser Flug eh erst mittags geht, beschließen wir, nochmal den Rundweg um den Rock anzugehen. Überall am Weg liegen heilige Stätten der Aboriginies, die man weder betreten noch fotografieren darf. Auf halber Strecke fängt es dann auf einmal richtig an zu schütten. Wir haben also den einen Regentag, den es pro Monat im Outback gibt, erwischt. Nicht jeder hat mal gesehen, wie vom Ayers Rock Wasser strömt – in dutzenden kleinen Wasserfällen. Das ist sogar noch beeindruckender als der Sonnenuntergang.

Wasserfall am Uluru
Auf der Rückfahrt aus dem Nationalpark wird der Rock wieder immer kleiner, die Wasserfälle sieht man aber noch aus kilometerweiter Entfernung. Aber: Speicherkarte voll, deshalb gibts davon kein Bild. Nachdem wir in Sydney gelandet sind, fahren wir ein letztes Mal mit Gepäck vom Flughafen nach Wollongong – das ist immerhin etwas, was ich in Deutschland garantiert nicht vermissen werde.






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Da ich auch schon wiederholt über den umständlichen Begriff „toter Busch, der durch die Gegend rollt wie in Western-Filmen oder gelegentlich im Wohnzimmer der Simpsons“ gestolpert bin, hab ich mir irgendwann die Mühe gemacht, mal rauszufinden, wie das Ding wirklich heißt: Steppenroller. Reichlich unspektakulär. (das nur der Vollständigkeit halber)
Von: Fred am 11. Juni 2009
um 23:25
Das sagt doch kein Mensch. Steppenroller, meine ich. Ich kenne das seit Jahren schon unter dem Begriff Windhexe. Wobei Steppenroller laut Meyers Lexikon genauso richtig ist.
Von: Kiddow am 12. Juni 2009
um 03:12
Sucht euch ein Hobby
Von: Salke am 20. Juni 2009
um 12:06
Das ist mein Hobby! Klugscheißen und Korinthenkacken
Von: Kiddow am 21. Juni 2009
um 00:07